Im ARD-Studio Paris war heute deshalb Großkampftag – Schalten für die Deutsche Welle (siehe Foto, auf dem Michael Strempel im kleinen Bildschirm gerade verkabelt wird) wurden unterbrochen von der Anfertigung diverser Tagesschau-Berichte, um 16, 17 und natürlich um 20 Uhr war der Skandal aus Frankreich dort Top-Meldung. Das Team arbeitete auf Hochtouren. Ich durfte es insofern unterstützen, als dass ich alleine zur Pressekonferenz des Gouverneurs der Banque de France, der französischen Zentralbank, geschickt wurde. Ich dachte vorher an einen großen Saal und Hunderte Journalisten, wir wurden jedoch in ein recht kleines Zimmer mit rundem Tisch und daran vielleicht 20 Plätzen geführt. Und dann setzte sich Christian Noyer (früher auch mal Vize der EZB) mit an den Tisch und erzählte seine Sicht der Dinge. Unglaublich interessant, am Ablauf eines solchen historischen Tages ganz praktisch beteiligt zu sein. Ich stellte zwar keine Frage, dafür war die Materie mir doch etwas zu unbekannt, aber notierte fleißig die Antworten auf die Fragen von anderen Journalisten. Tenor: Man hatte vorher nichts kommen sehen und muss nun trotzdem an verschärfte Kontrollmechanismen denken. O-Ton Noyer: „Wir haben gedacht, so etwas sei nicht möglich. Dann ist es passiert. Wir müssen nun dafür sorgen, dass sich derlei nicht wiederholt.“
Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Aktiv werde ich allerdings nicht mehr lange an der Recherche beteiligt sein: Morgen endet mein Praktikum bereits. Drei Wochen wie nichts vorbeigezogen. Es war eine großartige Zeit bei den netten Menschen vom WDR. In der nächsten Woche stehen dann gleich fünf Klausuren an, und nebenbei bewerbe ich mich noch für den Master Internationale Beziehungen. Langsam sind zwar alle nötigen Dokumente zusammen, aber Stress und Aufwand ist es trotzdem. Mit ungewissem Ausgang. Ob ich die erforderliche Punktzahl im TOEFL-Test (ein Zulassungskriterium waren 100 Punkte dort) erreicht habe, stellt sich erst nächsten Freitag raus. Bis dahin bleibe ich gespannt und lehne mich entspannt zurück und freue mich, dass ich kein Konto bei einer französischen Bank eröffnet habe.



